Wie die IT-Branche zu den Sustainable Development Goals beitragen kann

02. Dezember 2021

Der Nachhaltigkeitsimpact der IT-Branche

Falls Sie vorhin per Google-Suche nach «APP Unternehmensberatung AG» gesucht haben, haben Sie soeben 0.2 g CO2 verursacht. Mit jeder E-Mail, die Sie heute versenden, kommt 1 g CO2 dazu. Falls Sie heute einen zweistündigen Film streamen, gehen Sie morgen lieber die 2 km zu Fuss einkaufen anstatt mit dem Auto, um Ihren CO2-Abdruck wieder zu begleichen. IT-Geräte und Anwendungen produzieren pro Jahr 1.04 Mrd. Tonnen CO2 und tragen somit zu 1.9 % der weltweiten Treibhausgasemissionen bei. Damit verursacht die ICT-Branche bis doppelt so viele Treibhausgas-Emissionen wie die Luftfahrtindustrie (ICAO – Annual Report 2018). 

Der Emissions-Fussabdruck für einzelne Produkte oder Applikationen kann relativ einfach berechnet werden – doch zu einer nachhaltigen Unternehmensführung gehört mehr als eine optimierte Klimabilanz.

Die Sustainable Development Goals als Richtschnur

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals «SDGs») tragen der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension der nachhaltigen Entwicklung in ausgewogener Weise Rechnung. Damit bieten die SDGs für Unternehmen ein umfassendes und etabliertes Leitsystem, um das eigene Nachhaltigkeitsengagement wirksam zu steuern und zu verbessern. Dabei werden Themen abgedeckt wie zum Beispiel Geschlechtergleichstellung, nachhaltige Städte, Zugang zu sauberem Wasser und verantwortungsvolle Staatsführung.

 

Swiss Triple Impact

STI-Programm für IT-Firmen

Im Rahmen einer Infoveranstaltung für IT-Unternehmen hat die APP am 30. November 2021 zusammen mit dem B Lab Switzerland  interessierten Unternehmen einen Überblick über das STI-Programm gegeben. Dabei wurden auch die Sustainable Development Goals vorgestellt sowie das im Programm verwendete Messinstrument, der SDG Action Manager.

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Nachhaltige Geschäftsideen spielen in der IT-Branche eine immer wichtigere Rolle. Neben der grossen ökologischen Wirkung im Bereich der Hardware-Produktion kann auch Software ein wichtiger Treiber für nachhaltige Lösungen sein. Sei es durch Apps, mit denen Lebensmittel vor der Entsorgung gerettet werden können, durch Portale zur Förderung von Sharing-Angeboten oder durch IT-Systeme für die effiziente Energienutzung.

Unterschiedliche Anknüpfungspunkte

Es besteht in verschiedener Hinsicht grosses Potenzial, die IKT dazu einzusetzen, positiven Einfluss auf die 17 SDGs zu nehmen. Insbesondere in der Schweiz kann die Digitalisierung dazu beitragen, bei den beiden eher schwach ausgeprägten SDGs nachhaltiger Konsum und Produktion (SDG 12) als auch der Klimaschutz (SDG 13) Verbesserungen zu erreichen. Weltweit gibt es bereits unterschiedliche Initiativen und Geschäftsideen, welche auf verschiedene SDGs einzahlen. Wir alle können diese als Vorbild nehmen und mit eigener Innovation die nachhaltige Entwicklung in der Schweiz unterstützen. Nachfolgend sind exemplarisch einige Beispiele aufgeführt, wie mit einem sinnvollen IKT-Einsatz ein wertvoller Beitrag zu den SDGs geleistet werden kann.

SDG1: Keine Armut

SDG 1: Keine Armut

Laut BFS waren 2019 8.7 % der Schweizer Bevölkerung von Einkommensarmut betroffen. Durch den Einsatz von IKT können öffentliche Dienste transformiert und für ebendiese Personen zugänglich gemacht werden. Beispielsweise können Online-Bildungsangebote die Chancengleichheit erhöhen und helfen den Teufelskreis der Armut zur durchbrechen.

SDG2: Kein Hunger

SDG 2: Kein Hunger

Der Einsatz von neuester IKT ermöglicht einen einfacheren und besseren Zugang zu nützlichen Informationen, wie z. B. zu detaillierteren und weiter vorausschauenden Wettervorhersagen oder Marktpreisen, um die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern. Die Landwirtschaft kann darüber hinaus profitabler und nachhaltiger gestaltet werden, indem die Umwelt- und Bodenbedingungen überwacht werden.

SDG3: Gesundheit und Wohlergehen

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Die IKT kann genutzt werden, um Patient:innen zu befähigen, die eigene Gesundheit auf Grundlage von prädiktiven Computermodellen selbst zu managen und mehr Verantwortung zu übernehmen. Eine integrierte Versorgung wird erreicht, indem eine verbesserte Diagnose und Patientenunterstützung ermöglicht wird. Dadurch können beispielsweise ältere Personen länger ambulant und zu Hause betreut werden und müssen so erst später in ein Heim ziehen.

SDG9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

SDG9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Die vierte industrielle Revolution wurde massgeblich durch IKT geprägt. Nirgendwo wurde die Innovation deutlicher gefördert als in den aufkommenden IKT-Technologien. IKT trägt beispielsweise dazu bei, Städte intelligenter und nachhaltiger zu machen. Im Zentrum von Los Angeles wurden zum Beispiel 4’398 Ampeln miteinander vernetzt, Kameras und Sensoren messen die Verkehrsströme und ein Algorithmus regelt den Verkehrsfluss auf ein Optimum hin. Das Resultat: eine 12 % kürzere Reisedauer und eine Einsparung von 1 t CO2 / Jahr.

Die Software-Entwicklung kann aber auch selber nachhaltig erfolgen und dadurch Innovationen fördern, indem beispielsweise Daten und Code geteilt und zugänglich gemacht werden. So wurde der Programmiercode der Schweizer Covid-Tracing-App als Open Source veröffentlicht und konnte von anderen Ländern übernommen werden.

Die Entwicklungen in der der IKT sind enorm und die Chancen für neue Geschäftsfelder riesig. Durch IKT-Lösungen gibt es auch ein enormes Potenzial, eine inklusivere und nachhaltigere Zukunft zu schaffen. Die SDGs bieten einen umfassenden Rahmen, um dieses Potenzial zu evaluieren und zielgerichtete Massnahmen und Geschäftsideen abzuleiten.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie Ihr Nachhaltigkeitsengagement auf die Sustainable Development Goals ausrichten können oder benötigen Sie Unterstützung bei der Priorisierung der SDGs für Ihr Unternehmen? Hier erfahren Sie mehr. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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