Wie bezahlt die Schweiz?

31. Oktober 2019

Zahlungsmarkt – die Situation heute 

Die Schweiz gilt seit Jahren als klassisches Bargeldland. Die Digitalisierung und technologische Trends bringen aber Veränderungen im Zahlungsmarkt. Laufend entstehen neuartige, innovative Zahlungsmethoden und neue Finanzdienstleister treten in den Markt ein. Dies hat Einfluss auf das Zahlungsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten und fordert somit auch die Händler bei der Auswahl der anzubietenden Zahlungsmethoden. Insbesondere im Online-Handel können die angebotenen Zahlungsmethoden einen grossen Einfluss auf den finalen Kaufentscheid haben. 

Das Swiss Payment Research Center (SPRC) der ZHAW und die Executive School of Management, Technology and Law (ES-HSG) der Universität St. Gallen haben im Rahmen des Swiss Payment Monitor das Zahlungsverhalten der Schweizer Bevölkerung untersucht. Bei der repräsentativen Zahlungsstudie wurden über 1‘000 Personen befragt.

Gemäss Swiss Payment Monitor 2019 ist Bargeld (48%) gemessen an der Transaktionsanzahl nach wie vor das verbreitetste Zahlungsmittel. Danach folgen Debitkarte (26%), Kreditkarte (16%), Rechnung (3%) sowie mobiles Bezahlen (3%). 

Gemessen am Umsatz liegen Debitkartenzahlungen (29%) allerdings bereits vor den Bargeldzahlungen (27%). Die Verbreitung der Debitkarte ist nicht zuletzt auch auf die Kontaktlosfunktion zurückzuführen, welche sich bei den Konsumentinnen und Konsumenten grosser Beliebtheit erfreut. Mobiles Bezahlen hingegen ist heute noch nicht in der breiten Bevölkerung angekommen. In diesem Bereich sind es vor allem In-App-Zahlungen sowie mobile Zahlungen im Internet, welche sich durchsetzen konnten. Peer-to-Peer-Zahlungen (Überweisungen von Privatperson zu Privatperson) sowie mobile Zahlungen direkt am Verkaufsstandort konnten sich noch nicht wirklich durchsetzen.

Im Hinblick auf das Zahlungsverhalten zeigt die Studie einen sehr heterogenen Zahlungsmarkt. Einerseits gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Zahlungsanbietern und –verfahren, andererseits sind auch die Nutzungspräferenzen verschieden. 

Reine Barzahler (18%), Kreditkartenzahler (12%) oder Debitkartenzahler (28%) sind dabei in der Minderheit. 

Die meisten Konsumentinnen und Konsumenten sind Mischzahler (42%) und Zahlen situationsbedingt mit unterschiedlichen Zahlungsmitteln. Dabei haben Faktoren wie der Zahlungsbetrag oder –ort einen massgeblichen Einfluss. Distanzgeschäfte werden beispielsweise überwiegend via Online-Überweisung (E-Banking) bzw. Rechnung abgewickelt.

Trends – wo geht es hin?

Eine fast komplett bargeldlose Gesellschaft, wie es z.B. in Schweden der Fall ist, wo über 80% der Käufe nur noch digital getätigt werden, wird es in der Schweiz wohl nicht so rasch geben. Dies zeigt sich beispielsweise auch daran, dass die Einführung der neuen 100er-Note ein grosses Medienereignis war.

Dennoch ist davon auszugehen, dass sich künftig nebst den traditionellen Zahlungsmitteln wie Bargeld oder Debit- und Kreditkarte auch neue und digitale Zahlungsmethoden durchsetzen werden. Mobiles Bezahlen findet aktuell noch weniger breite Verwendung, wird aber im Vergleich zu den letzten Jahren immer beliebter. Insbesondere bei den jüngeren Generationen ist ein Wandel durchaus möglich. Das grosse Potential für mobiles Bezahlen zeigt sich schon alleine in der hohen Nutzungsquote bei mobilen Endgeräten. 

Interessant wird auch sein, welche Lösungen sich schlussendlich durchsetzen werden:  Wird es eine Schweizer Lösung wie TWINT sein oder doch eher eine internationale Lösung wie z.B. Apple Pay oder Samsung Pay? 

Spannend bleibt zudem inwiefern sich Kryptowährungen wie der Bitcoin oder das Libra-Projekt von Facebook durchsetzen werden. Heute verhindern unter anderem die hohe Volatilität und erhebliche Gebühren, dass Kryptowährungen im Alltag als Zahlungsmittel breiter Verwendung finden.

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