IT-Beschaffungskonferenz 2019

30.08.2019

Das neue Beschaffungsrecht im Fokus

Im Juni 2019 wurde das totalrevidierte Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen durch das Parlament einstimmig verabschiedet. Die Kantone werden voraussichtlich in den nächsten Monaten nachziehen und eine weitestgehend identische interkantonale Vereinbarung verabschieden.

Auch an der diesjährigen IT-Beschaffungskonferenz war das neue Beschaffungsrecht das zentrale Thema. Sei es in den Vorträgen der Referentinnen und Referenten oder in den Diskussionen in den Pausen.

Es zeigte sich, dass einerseits grosse Erwartungen mit der Einführung verbunden sind und andererseits auch Unsicherheit herrscht, was sich in der Praxis nun wirklich verändern wird.

Referat «Herausforderungen und Chancen nach dem Inkrafttreten des revidierten BöB»

«Um die Chancen neuer und flexiblerer Beschaffungsverfahren zu realisieren, braucht es Mut und Kreativität.» Marc Bergmann, Beschaffungsexperte APP

Auch unser Beschaffungsexperte Marc Bergmann hielt ein Referat und ging auf Chancen und Herausforderungen in der Umsetzung von Neuerungen des revidierten Beschaffungsgesetzes ein. Er wagte dabei einen Ausblick und legte dar, wo er wesentliche Veränderungen und dadurch mögliche Entwicklungen und Herausforderungen im Hinblick auf die praktische Umsetzung von öffentlichen Beschaffungen sieht. Aus seiner Sicht wird es Mut und Kreativität brauchen, um die neuen Verfahren anzuwenden. Diese Verfahren würden hingegen die lange geforderte Flexibilisierung des Beschaffungsvorgangs ermöglichen und wegweisend sein, um den Zuschlag zukünftig dem vorteilhaftesten Angebot erteilen zu können und so den Qualitätswettbewerb, die Innovation und die Nachhaltigkeit in der Gesamtbeurteilung zu berücksichtigen.

Marc Bergmann schloss sein Referat mit einem positiven Appell an die Zuhörerinnen und Zuhörer: Um innovative Lösungen oder Leistungen zu beschaffen, bedürfe es in einem ersten Schritt nun innovativer Ansätze in der konkreten Ausgestaltung der möglichen Verfahren, damit leistungsbezogene Kriterien zur Anwendung kommen. Es gelte also, den Schritt zu wagen, der Markt sei dazu bereit!

Nachhaltigkeit und der Wandel des Beschaffungswesens

Auch die Nachhaltigkeit stand im Zentrum der Beschaffungskonferenz. Dass diese neu bereits im Zweck des Beschaffungsrechts verankert ist, weckt grosse Hoffnungen und Erwartungen. Interessant waren hierzu vor allem auch die Ausführungen von Ilse Beneke, Leiterin der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffungen des Bundesministeriums des Inneren in Deutschland. Sie zeigte auf, wie in Deutschland mit Lieferanten Vereinbarungen getroffen werden und so stetig anspruchsvollere Standards durchgesetzt werden, um eine sozial nachhaltige Beschaffung im IT-Bereich sicherzustellen.

Die Beschaffungskonferenz wurde dieses Jahr bereits zum achten Mal von der Universität Bern durchgeführt. Mit über 300 Teilnehmenden zeigt sich, dass das Beschaffungswesen nach wie vor ein aktuelles und sich im Wandel befindendes Thema ist.

Haben Sie Fragen zum Referat? Möchten Sie mehr über Ausschreibung und Evaluation erfahren oder wissen, wie die APP auch Sie bei einem herausfordernden Vorhaben unterstützen kann? Marc Bergmann freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme.

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