Das kritische Narrativ zur EPD-Vollintegration ist allseits bekannt: Ein aktuell geringer Nutzen bei gleichzeitigem Mehraufwand. Wer mit der künftigen EPD-Entwicklung maximal profitieren will, kommt an einer Vollintegration kaum vorbei.

Bereits in der Vergangenheit hat das Universitätsspital Basel (USB) im EPD-Kontext eine Pionierrolle eingenommen und untermauerte diese mit dem visionären Entscheid, das EPD über alle Departemente spitalweit vollständig zu integrieren. Konkret bedeutet dies, die bestehenden Primärsysteme über Schnittstellen mit dem EPD zu verbinden, um den grösstmöglichen Automatisierungsgrad zu erreichen. Ein solches Anbindungsprojekt ist per se ein komplexes Unterfangen, da sowohl technische, organisatorische, prozessuale als auch sicherheitsrelevante Aspekte einer zielgerichteten Berücksichtigung bedürfen. Folglich ist eine EPD-Anbindung kein ausschliessliches IT-Projekt, sondern stellt vielmehr ein multidimensionales Vorhaben dar. Das Projekt am USB verdeutlicht, dass Integrationspartner einen wertvollen Beitrag leisten können, um einen reibungslosen Ablauf sowie eine erfolgreiche Umsetzung sicherzustellen. Auch dann, wenn wie im Falle des USB kundenseitig bereits viel Vorarbeit geleistet wurde.

Basierend auf unseren Projekterfahrungen am USB lassen sich die folgenden erfolgsrelevanten Lessons Learned ableiten, welche für zukünftige Integrationsprojekte von grossem Nutzen sind: 

Abbildung 1: Erfolgsrelevante Lessons Learned für EPD-Integrationsprojekte (zum Vergrössern anklicken)

Zielgerichtete Strukturierung des Vorhabens

Ein vielschichtiges Vorhaben erfordert einen strukturierten Vorgehensansatz, bei dem sowohl organisatorische, inhaltliche, nutzenbezogene, kommunikationsbezogene und technische Faktoren miteinbezogen werden. Ein phasenorientiertes Vorgehen hat sich dabei als besonders förderlich herausgestellt.

Frühzeitiger und regelmässiger Einbezug relevanter Stakeholder

Zum Erfolg beigetragen hat besonders der frühzeitige Einbezug aller Fachabteilungen des USB. So konnten Unsicherheiten gezielt adressiert, Akzeptanz für das Vorhaben geschaffen sowie die EPD-spezifischen Rollen zeitnah besetzt werden. Ebenfalls von grosser Bedeutung: Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit weiteren Stakeholdern, wie den Lieferanten von Primärsystemen.

Progressive EPD-Vision und Durchhaltevermögen

Eine Vision, die den potenziellen Nutzen des EPD vollumfänglich adressiert, ist entscheidend, damit auch in herausfordernden Zeiten am Projekt festgehalten wird. Dies zeigte sich insbesondere im Hinblick auf den Betreiberwechsel der technischen Plattform. Zusätzliche Aufwände sowie besonderes Durchhaltevermögen waren erforderlich.

Dieser Fachbeitrag erscheint ebenfalls in der Ausgabe 09.2023 der Fachzeitschrift «IT for Health» (Seite 5).

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