Leitfaden zur Einführung des EPD

17. Dezember 2019

Bereits in wenigen Monaten werden die ersten elektronischen Patientendossiers (EPD) in der Schweiz eröffnet und Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen. In Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf (Alters- und Pflegeinstitutionen sowie Institutionen für Menschen mit Behinderung), die über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen, muss ein EPD ab 2022 angeboten werden. 

Den grössten Nutzen vom EPD haben Angehörige und Bewohnende, welche erstmals alle behandlungsrelevanten Dokumente in einem Dossier finden werden. Aber auch für Institutionen kann das EPD einen grossen Nutzen bringen:

  • Bessere Kommunikation mit den Klientinnen und Klienten und den Angehörigen aber auch mit Dritten wie der Spitex, in dem alle auf dieselben behandlungsrelevanten Dokumente zugreifen können.
  • Effizientere Behandlung in der Institution, da für die Gesundheitsfachperson (GFP) ersichtlich ist, welche Behandlungen bereits durchgeführt wurden. 
  • Weniger Fehler in der Behandlung, da behandlungsrelevante Dokumente über die Klientinnen und Klienten aus allen Aufenthalten in Institutionen und Gesundheitseinrichtungen verfügbar sind. Polymedikationen sind im EPD ersichtlich und ungünstige oder gar gefährliche Interaktionen mit anderen Medikamenten können vermieden werden.

Damit das EPD in der Institution Mehrwert bringt, müssen sich Institutionsleitende sowie IT-Verantwortliche auf die Einführung vorbereiten können. Dazu gehört beispielsweise die rechtzeitige Überarbeitung von Prozessen und Anpassungen in der Organisation und der Technik. Als Vorbereitung zur Einführung des EPD hat CURAVIVA Schweiz deshalb die APP beauftragt, einen Leitfaden zu erarbeiten. In diesem Leitfaden werden die wichtigsten Themen bezüglich EPD spezifisch für Institutionen aufbereitet sowie konkrete nächste Schritte für Institutionen empfohlen. Folgende Themen werden im Leitfaden abgedeckt:

1. System EPD

Die grundlegenden Begriffe zum Thema EPD werden erläutert. Besonders im Fokus stehen dabei die Unterschiede zwischen dem EPD und EPD-nahen Zusatzdiensten (oft auch B2B genannt). Beim EPD handelt es sich vorerst um eine Sammlung von Dokumenten, die für die Patientinnen und Patienten behandlungsrelevant sind. Der Austausch zwischen verschiedenen Institutionen und Gesundheitseinrichtungen findet nicht über das EPD sondern über EPD-nahe Zusatzdienste statt.

2. Auswirkungen EPD

Die Auswirkungen der Einführung und des Betriebs des EPD auf die Institution werden genauer erläutert. Viele Fragen im Zusammenhang mit der Einführung des EPD müssen auf strategischer, organisatorischer oder prozessualer Ebene geklärt werden. So müssen mit der Einführung des EPD beispielsweise neue Rollen wie beispielsweise Gesundheitsfachperson (GFP) oder Hilfsperson (HIP) definiert werden. Personen, die diese Rollen übernehmen, haben spezifische Aufgaben sowie Rechte und Pflichten, die in der Institution sichergestellt werden müssen. Eine GFP muss beispielsweise auf das EPD der Klientinnen und Klienten zugreifen und Dokumente hoch- und runterladen können. Auch müssen Prozesse angepasst werden. Beispielsweise sollen sich Personen, die auf das EPD zugreifen, ähnlich wie beim E-Banking, über zwei Faktoren authentisieren. 

3. Aufgabenstellung

Die Aufgaben und die Fragen, die beantwortet werden müssen, werden aufgelistet, damit Institutionsleitende die gesetzlichen Vorgaben rechtzeitig erfüllen und die Digitalisierung in der Institution vorantreiben können. Gewisse Arbeiten können bereits jetzt initiiert werden, während andere Aufgaben erst in späteren Phasen anstehen. In jedem Fall wird empfohlen, sich bereits jetzt mit der Thematik auseinanderzusetzen und sich intern sowie extern mit möglichen Partnern auszutauschen, um eine sinnstiftende Nutzung des EPD in der Institution zu ermöglichen.

4. Beispielprojekt

Anhand eines fiktiven Pflegeheims wird aufgezeigt, welche Schritte notwendig sind, um die Einführung EPD erfolgreich anzupacken und durchzuführen. Mit diesem Beispiel soll Institutionsleitenden eine erste Aufwandschätzung und eine Grobplanung möglich sein.

Gerne unterstützen wir Sie, damit Sie das EPD in Ihrer Institution nutzenstiftend einführen können. Den Leitfaden zum Download finden Sie hier

Möchten Sie mehr über das EPD und dessen Auswirkungen auf Ihre Institution erfahren oder wissen, wie die APP Sie bei der Einführung des EPD konkret unterstützen kann? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Branchen

    Gesundheitswesen und Pharma

Themen

Kontaktieren Sie uns